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Die Jahre, in denen ich nach einem festen Plan trainiert habe, sind schon lange vorbei. Ja, es gab mal eine Phase, in der ich Geld investierte und mir monatlich "professionell" ausgearbeitete Trainingspläne zustellen ließ. Natürlich hatte auch ich das Ziel, im Marathon mal irgendwann unter 3 Std. zu laufen. Aber bei meiner Einstiegszeit von 4:41 Std. war das doch ein recht langer Weg. Es ist mir dann insgesamt auch nur drei Mal geglückt, zwei Mal davon gerade noch so um recht wenige Sekunden. Und wenn ich in den danach folgenden Jahren von Laufkameraden gefragt wurde, ob ich denn wieder einen derartigen "Sekundenlauf unter 3 Std." hingelegt hätte, dann musste ich schon scherzhaft eine Zeit von 2:67 Std. usw. angeben.

Meinem Umstieg auf die Ultradistanzen kam auch der Umstand entgegen, dass ich mich beim Tempotraining mit unserer Marathon-Truppe häufig verletzte. Wie andere dort übrigens auch! So blieb ich diesen Trainingssitzungen zunehmend fern und joggte stattdessen stundenlang durch die Außenbezirke unserer Stadt und nach der Wiedervereinigung durch das wieder zugängliche Umland. Und ich blieb verletzungsfrei! Aber auch das war anstrengend und eigentlich nur durchzuhalten, wenn man wieder ein konkretes Ziel vor Augen hatte. Da las ich in "Spiridon" einen Artikel, in dem die persönliche Bestzeit im 100 km-Lauf nach der Formel "Dreimal Marathonzeit minus Minutenzahl unter 3 Std." errechnet wurde. Dies setzte bei mir wieder neue Trainingsenergie frei. Für mich hätten damit 8:48 Std. möglich sein müssen; aber ich war dann auch mit 8:52 Std. zufrieden.

Die baldige Erkenntnis, dass nicht einmal leichtes Tempotraining für den langen Ausdauerbereich für mich noch ein Thema sein kann, führte dann auch dazu, dass ich mir nur noch eine neue Marge im 24-Std.-Lauf zum Ziel setzte. Dort stellt die 200 km-Marke, ähnlich wie die 3 Std.-Marke beim Marathon, so etwas wie eine "Schallmauer" für den ambitionierten Durchschnittsläufer dar. 1990 in Apeldoorn war es dann soweit. Und ich hatte das Gefühl, den erzielten Wert von gut 204 km noch deutlich verbessern zu können. Wie man sich doch irren kann! -

Nun schien es kein "Mäuerchen" mehr zu geben, das ich mir noch hätte zum Ziel setzen können, um weiterhin trainingsmotiviert zu bleiben. Aber ich wurde dann doch noch einmal fündig. - Es wird einem im hohen Alter, wo man schon physiologisch bedingt zu geringen Laufgeschwindigkeiten neigt, die nicht sehr attraktiv aussehen, sicher keiner eine immer noch ganz akzeptable Ausdauerkondition absprechen können, wenn man ein 6-Tage-Rennen überlebt hat. Wie aber dafür trainieren? Obwohl meine Frau fortan behauptete, ich gäbe zu Hause nur noch Gastrollen, habe ich mein Lauftraining eigentlich gar nicht groß ausgebaut. Wohl aber das mentale Training. Ich erinnerte mich an meinen alten Freund Reza, der "nur" auf Marathon trainierte, jedoch einmal mit uns sehr kurzfristig als "Ersatzmann" zum 24-Std.-Lauf nach Apeldoorn fuhr. Als wir ihn auf der Hinfahrt fragten, wie er denn die letzten Wochen trainiert habe, bekamen wir zur Antwort:"Nicht anders als bisher! Was sollte ich denn jetzt noch superlange Strecken trainieren und dann kaputt an den Start gehen?! Ich habe mich auf einen Stuhl gesetzt und mich auf den Lauf mental vorbereitet." Wir waren ob dieser Erklärung fassungslos. Genauso fassunglos waren wir aber auch, als Reza dann mit fröhlichem Gesicht die 100 Meilen-Marke durchbrach. - Auch bei mir hat dieses mentale Training dann letztendlich dafür den Ausschlag gegeben, dass ich mein persönliches "Mäuerchen 100 km/Tag im Schnitt" trotz zweier Knochenhautentzündungen und völlig schlaflos am letzten Tag doch noch durchbrechen konnte. "Danke!" an die wundervolle Organisation und Betreuung in Erkrath. Die Wunden heilen, die Freude bleibt! -

Und heute? Zwei Tage Jogging, zwei Tage MTB, zwei Rollertage, ein Ruhetag. Das ist für mich die optimale Einteilung. Die Uhr läuft nur noch mit, damit ich rechtzeitig nach Hause komme. Das bekommt mir als "Greis" sehr gut.

 Das neue Trainingsgerät / Kinderzuruf in Berlin:"Kiek ma da, den Opa mit'n Rolla!"

Foto: Waldmann/2008

Was mir im Training allerdings selten gut bekommt, ist sehr schlechtes Wetter. Der  bekannte Spruch, dass es gar kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur schlechte Bekleidung, ist spätestens dann ad absurdum geführt, wenn man trotz bester Ausrüstung dennoch Existenz bedrohend eingesaut worden ist. Und mal ganz ehrlich: Auch der Effekt einer sehr langen Trainingseinheit bei klaren kalten - 15° C (Ja, das gibt es "bei uns hier im Osten" bisweilen auch noch!) ist doch äußerst beschränkt.

Mit dieser Erkenntnis und einer guten Portion Heimwerkerenthusiasmus habe ich mich vor Jahren aufgerafft und den Dachboden, der bis dato nur zwei kleine "Ausgucklöcher" besaß und von der Vorbesitzerin als Wäschetrockenboden genutzt wurde, zu einem Übungsraum ausgebaut. Seither spielt der Wetterbericht für mein Trainingsprogramm keine entscheidende Rolle mehr.